World Food Day: Zeit, Lebensmittel wieder mehr wertzuschätzen

Seit 1979 findet jedes Jahr am 16. Oktober der Welternährungstag (auch Welthungertag) statt, um auf den immer noch in viel zu großem Ausmaß in der Welt vorhandenen Hunger und die Notwendigkeit einer globalen Ernährungssicherung aufmerksam zu machen. Es ist aber auch ein guter Anlass, um in diesem Kontext auf die ausufernde Lebensmittelverschwendung hinzuweisen – und im gleichen Atemzug einen möglichen Beitrag, den jeder von uns leisten kann. Denn sage und schreibe 82 Kilogramm Lebensmittel schmeißt jeder Deutsche pro Jahr in die Tonne, obwohl ein Großteil davon noch genießbar gewesen wäre. Das macht insgesamt umgerechnet 313 Kilogramm pro Sekunde! Deshalb haben wir für euch 8 einfache Tipps zusammengetragen, die euch zu mehr Achtsamkeit im Umgang mit Lebensmitteln verhelfen können:

 

1. Nicht zu viel des Guten

Fangen wir mal ganz vorne an! Beim persönlichen Engagement gegen die Lebensmittelverschwendung hilft es, wenn du nur tatsächlich das kaufst, was du auch wirklich brauchst. Klingt simpel, ist es dann aber irgendwie doch nicht so oft. Überlege dir vor dem Einkauf gut, was du essen bzw. kochen willst und beschränke dich genau darauf. Lass dich auch nicht von vermeintlichen Angeboten locken. „3 zum Preis von 2“ hört sich zwar erstmal toll an, ist aber oft ein Schnäppchen für die Tonne. Wie wäre es deshalb, wenn du mal wieder eine Einkaufsliste schreibst?

2. Mindestens haltbar ist länger als man denkt

Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) überschritten haben, werfen wir oft als (vermeintlich!) abgelaufen oder schlecht in den Müll – eine völlig grundlose Lebensmittelverschwendung, denn das MHD ist nicht mit dem Verfallsdatum bzw. Wegwerfdatum zu verwechseln! Es gibt lediglich den Zeitpunkt an, bis zu dem die Herstellerfirma bei richtiger Lagerung die spezifischen Eigenschaften ungeöffneter Lebensmittel wie bspw. Geschmack, Geruch und Nährstoffgehalt garantiert. Nicht umsonst steht da ja auch „mindestens haltbar bis“ und nicht „tödlich ab“.

3. Richtig lagern

Natürlich hat auch die Art der Lagerung großen Einfluss auf die Haltbarkeit von unseren Lebensmitteln. So wie es im Kühlschrank einen idealen Platz für unterschiedliche Lebensmittel gibt, so sollte man auch außerhalb dessen darauf achten, was man wie zusammen lagert – bspw. Äpfel und Tomaten solltest du getrennt von anderen Obst- und Gemüsesorten aufbewahren, da sie Obst- und Gemüsenachbarn in ihrer direkten Umgebung schneller reifen (und somit auch verderben) lassen.

4. Saisonal und regional einkaufen

„Regional ist das neue Bio“ darf man immer wieder in den Medien lesen. Wir gehen hier noch einen Schritt weiter und sagen “Regional UND saisonal, am besten Bio!“ Mit diesem Leitspruch kannst du nicht nur Lebensmittelverschwendung verhindern, sondern auch aktiv etwas gegen den Klimawandel und für den Umweltschutz unternehmen. Nicht nur halten sich saisonale Produkte aus der Region länger, auch laufen sie weniger Gefahr, beim Transport beschädigt und damit aussortiert zu werden.

5. Wunderlinge kaufen

Abermillionen Tonnen an Lebensmitteln landen jährlich im Müll, bevor sie überhaupt die Supermärkte, geschweige denn die dortige Auslage erreichen. Der Grund: Viele Verbraucher erwarten perfekt geformtes Obst und Gemüse in altbekannten Einheitsgrößen ohne irgendwelche Mäkel. Dabei kommt es bei Obst und Gemüse doch wirklich nicht auf das Äußere an, oder? Und wenn wir uns dann über die inneren Werte wie bspw. Geschmack oder Nährstoffgehalt unterhalten, dann muss sich das etwas sonderbar-geformte Obst oder Gemüse schon erst recht nicht verstecken – nicht nur schmeckt die krumme Karotte besser, sie hat in der Regel auch mehr Nährstoffe!

6. Lebensmittel retten

Dass wir viel zu viele Lebensmittel wegschmeißen, müssten wir dir mittlerweile deutlich gemacht haben. Dass du selbst etwas dagegen tun kannst auch. Doch du kannst hier auch noch einen Schritt über die heimische Vermeidung von Lebensmittelverschwendung hinausgehen und weitere Lebensmittel vor der Tonne retten! So kannst du zum Beispiel mit Foodsharing zum Foodsaver werden und in Partnerbetrieben deiner Stadt regelmäßig „Lebensmittelrettungen“ durchführen – d.h. du gehst zu entsprechenden Einzelhändlern und rettest die aufgrund von kleinen Macken, falsch-etikettierten oder sich zu nahe am MHD befindlichen aussortierten Lebensmittel.

7. Haltbar machen

Kein Lebensmittel lässt sich ewig konservieren. Doch dank verschiedener Verfahren kann man die Haltbarkeit deutlich verlängern. Ziel ist es immer, die Mikroorganismen, welche für den Verderb der Lebensmittel verantwortlich sind, zu minimieren, zu töten oder in ihrem Stoffwechsel extrem zu verlangsamen. Klar, Kühlen ist hier sicherlich ein No-Brainer, denn nichts läge im ersten Moment näher. Aber habt Ihr schon einmal selbst getrocknet, eingekocht oder fermentiert? Nein? Dann aber los!

8. Zusammen isst man weniger allein – Resteküche-Party!

„Geil!“, denkst du dir, nachdem du auf dem Markt drei Kilo Spinat für gefühlt sehr wenig Geld ergattert hast. Problem nur: Wohin mit dem ganzen Zeug? Der Sack Kartoffeln im Schrank hat schon erste Triebe und der Block Parmesan im Kühlschrank, den dir dein toskanischer Co-Worker mitgebracht hatte, muss jetzt dann auch mal weg? Wenn du große Mengen Lebensmittel schnell verbrauchen willst, verteile bzw. teile sie! Noch besser: Lade Nachbarn, Freunde oder Kollegen zum Essen ein! Je mehr Leute, desto mehr kommt weg, desto geringer ist die Lebensmittelverschwendung und desto mehr Spaß macht das Ganze.

Posted on 16. Oktober 2017 in Kein Essen für die Tonne, Resteküche

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Daniel Anthes

About the Author

Vorstandsvorsitzender von ShoutOutLoud & Initiator der Resteküche. Jahrgang 1986. Aus Leidenschaft aktiv im Nachhaltigkeitsbereich. Vielfältige Erfahrungen in sich der Nachhaltigkeit verschriebenen privaten und öffentlichen Organisationen schulten meine Expertise in den Bereichen Ressourcenmanagement und unternehmerische Verantwortung/CSR. Die Herausforderungen in diesem Kontext sind enorm, leben wir doch schon heute am Rande der Kapazitäten unseres Planeten. Und genau aus diesem Grund sind Vereine wie ShoutOutLoud eine gute Sache.

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